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Die Kinder haben alle eine persönliche Geschichte,
kommen aus verschiedenen Volksstämmen und haben unterschiedliche
Religionen. Bedürftige hören oft durch Mund zu Mund Propaganda
vom Waisenhaus, und bringen dann auf verschiedene Art und Weise Kinder
zu uns. Ungefähr die Hälfte von ihnen kommt aus den Bergstämmen
der Region Chittagong. Der andere Teil sind traditionelle Bengalen.
Die Kinder aus den Bergen müssen erst einmal Bengali, die Nationalsprache,
lernen. Jedes, das zu uns findet, ist ein Beispiel für die große
Liebe und Barmherzigkeit Gottes. Als nächstes berichte ich Euch über
einige Kinder und deren Weg in das "Home of Love."
Moses
(Moshi in Bangla) kam 1996 ins Waisenhaus. Er wurde schreiend neben
einem Dorfteich gefunden. Seine geistig behinderte Mutter hatte ihn
einfach dort zurückgelassen. Daraufhin wurde der kleine Junge
von Bekannten bis zu seinem 2. Geburtstag versorgt und dann zu uns
in`s Waisenhaus gebracht. Wir haben ihm aufgrund seiner Geschichte
seinen heutigen Namen, Moshi, gegeben. Heute ist er ein aufgeweckter
Junge, der immer für Abenteuer zu haben ist.
Ein
Pastor und seine Frau hörten am Morgen nach dem Aufstehen ein
schwaches Wimmern. Da sie das Geräusch für eine streunende
Katze hielten, gingen beide ihrem normalen Tagesablauf nach. Erst nachdem
einer von ihnen das Haus verließ, fanden sie das neugeborene
Baby direkt vor ihrer Hütte im Schlamm. Das Gesicht war zerkratzt
und von Dreck beschmiert. Es war ein Wunder, dass das Mädchen
diese Nacht überlebte. Da die Familie selber ein Baby erwartete,
entschieden sie sich ein Zuhause für die Waise zu suchen. So wurde
Deborah 1994 zum "Home of Love" gebracht und hat sich seitdem
zu einem phantastischen Mädchen entwickelt. Sie ist klug und gut
in der Schule, eine geborene Sportlerin, fleißig im Helfen und
besitzt eine angenehme Persönlichkeit, die wir alle sehr schätzen.
Subarno
wurde 1996 in den Bergen an der Grenze zu Burma geboren. Seine Eltern
starben und so wuchs er mit Affen, Elefanten und allerlei anderen Tieren
auf. Keiner hätte gedacht, dass er eines Tages mit Bengalen und
Ausländern in einer Stadt leben würde. Nachdem ich (Thomas
Kühn) im Jahr 2001 von Subarno hörte, entschied ich mich,
das Kind zu holen. Die Reise durch den Urwald dauerte zwei Tage und
es gab kaum Anzeichen von Zivilisation in dieser Gegend. Nachdem sich
seine Geschichte als wahr herausstellte, steckten ihm seine Verwandten
10 Taka (20 Cent) in die Hosentasche, rüsteten ihn mit ein paar
zu großen Plastiksandalen aus und schickten ihn mit dem deutschen
Mann, den noch niemand vorher gesehen hatte, einfach mit. Durch Flüsse
und Täler hindurch schritt der Fünfjährige, wie es schien,
ohne Angst einer unbekannten Zukunft an meiner Seite entgegen. Die
Stadt Chittagong mit fast 3 Millionen Einwohnern versetzte Subarno
in Staunen. Er hatte noch nie eine Stadt oder auch einen LKW gesehen.
Seitdem bereitet er uns viel Freude.
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